Wo Licht ist, ist auch Schatten +++ oder +++ Auch Ihr Herz braucht Licht und Dunkelheit

Als ich dieses Zitat zum ersten Mal gelesen habe, habe ich mich sehr darüber gefreut. Geht es Ihnen auch so? Gehören Sie auch zu den Menschen, die abends so richtig aktiv werden aber morgens gern herumbummeln? Mussten Sie sich auch immer anhören, dass der Schlaf vor Mitternacht der gesündeste ist und es daher besser wäre, wenn Sie früher ins Bett gehen würden? Ausserdem sind doch auch die Sonnenaufgänge so schön … Ich bin so ein Exemplar. Aber von vorne …

Wussten Sie, dass sich die Wissenschaft zwar einig darüber ist, dass wir schlafen müssen aber gar nicht so genau darüber, warum? Während einige Forscher meinen, dass wir schlafen, damit wir unsere Eindrücke, die wir tagsüber haben, verarbeiten können, gehen andere davon aus, dass unser Körper nachts regeneriert.

Gesichert ist, dass wir in der Nacht Melatonin bilden. Das ist der wichtigste Gegenspieler zu unserem Stresshormon Cortisol, wirkt schlaffördernd und als Zellschutz.

Wenn Tiere gegen ihre innere Uhr leben würden, würden sie fast immer gefressen werden oder verhungern.* 

Wir überleben. Dank künstlichen Lichts und anderer moderner Errungenschaften. Doch eine Studie des Teams von *Prof. Roenneberg aus München belegt, dass die meisten Menschen zwischen 0 und 8 Uhr schlafen würden, wenn es keine äußeren Zwänge gäbe, gefolgt von der Schlafenszeit 1 bis 9 Uhr. Unter 2% der Menschen schlafen freiwillig von 22 bis 6 Uhr. Gegen 6 Uhr müssen aber wohl die meisten von uns aufstehen. Und so schlafen viele Menschen zu wenig, und das ist gefährlich – auch für unser Herz.

Diverse Studien belegen, dass das Risiko, an Herzerkrankungen zu sterben viel höher ist, wenn Sie zu wenig schlafen oder an Schlafstörungen leiden.

Wenn Sie regelmässig weniger als fünf bis sechs Stunden schlafen, ist Ihr Risiko, an einer koronaren Herzkrankheit oder einem Herzinfarkt zu sterben 48% höher als wenn Sie sieben bis acht Stunden pro Nacht schlafen. [1] Die gleiche Analyse zeigt aber auch, dass es fast genauso gefährlich ist, mehr als acht bis neun Stunden zu schlafen.

Andere Studien messen der Schlafqualität grössere Bedeutung bei als der Schlafdauer. Dabei sollten Sie es sehr ernst nehmen, falls Sie an nächtlichen Atemaussetzern leiden, der sogenannten Apnoe. Die führt mindestens dazu, dass Sie morgens nicht ausgeruht und munter aufwachen, im schlimmsten Fall aber bis zum Herzstillstand.

Achten Sie also auf regelmässigen, ausreichenden und ruhigen Schlaf, damit sich auch Ihr Herz bei einem niedrigen Schlafpuls erholen kann.

Diese Tipps können Ihnen dabei helfen:

• Gehen Sie immer zur etwa gleichen Zeit ins Bett und stehen Sie auch zur etwa gleichen Zeit auf (auch am Wochenende).

• Machen Sie einen Abendspaziergang, lüften Sie Ihr Schlafzimmer und halten Sie es kühl (ca. 18 Grad).

• Essen Sie abends nur noch eine leichte Mahlzeit, und das möglichst früh und nicht erst kurz vor dem Schlafengehen.

• Verzichten Sie abends auf koffeinhaltige Getränke, übermässigen Alkoholkonsum und Nikotin.

• Vermeiden Sie Bildschirme (egal ob Fernseher oder Computer).

• Arbeiten Sie nicht bis kurz vor dem Schlafengehen, und setzen Sie sich nicht mit unangenehmen Themen auseinander. Streiten Sie möglichst nicht oder gehen Sie zumindest wieder versöhnt ins Bett.

• Wenn Sie nachts aufwachen, ärgern Sie Sich nicht, und zählen Sie nicht die Stunden, die Ihnen noch bleiben, bis Sie wieder aufstehen müssen. Versuchen Sie, an etwas Schönes zu denken!

• Machen Sie vor dem Schlafengehen oder wenn Sie in der Nacht wach werden Atemübungen (Ich zeige Ihnen gern, wie die funktionieren. Es ist ziemlich einfach, man muss nur wissen, wie es geht.)

Aber nicht nur der Schlaf in der Nacht ist wichtig sondern auch das Licht am Tag. Jetzt, wo die Sonne wieder schön scheint, müssen wir unseren Vitamin D Haushalt, der sich im Winter geleert hat, auffüllen. Warum das so wichtig ist, können Sie nochmals hier nachlesen. Kurz mit den Worten von Prof. Nicolai Worm zusammengefasst. „Pflanzen gehen ohne Licht ein, Menschen auch!“

[1] Cappuccio FP, Cooper D, D’Elia L, Strazzullo P, Miller MA. Sleep duration predicts cardiovascular outcomes: a systematic review and meta-analysis of prospective studies. Eur Heart J 2011; 32(12):1484-92

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